Foto: Reuven Rivlin bespricht sich mit Benjamin Netanjahu und Benny Gantz, GPO/Haim Zach

Knapp eine Woche nach den Parlamentswahlen hat Israels Staatspräsident Reuven Rivlin am Montag die Vorsitzenden der beiden größten Fraktionen, Benjamin Netanjahu (Likud) und Benny Gantz (Blau-Weiß-Bündnis), zu einem Treffen einberufen. Am heutigen Dienstag besprachen sich die beiden Parteien und am Mittwoch soll es ein zweites Treffen von Netanjahu und Gantz bei Rivlin geben. Rivlin betonte, dass die beiden nun eine Lösung finden müssten, auch wenn sie dafür „einen persönlichen Preis zu zahlen“ hätten. Zuvor hatte Rivlin die Vertreter aller Parteien gefragt, welchen Kandidaten sie für die Regierungsbildung empfehlen würden. Rivlin selbst sprach sich für eine möglichst breite Regierung der „Nationalen Einheit“ aus. Israelische Medien spekulieren, ob er diese gar erzwingen könnte.

Der amtierende Premierminister Benjamin Netanjahu rief Benny Gantz auf, „ohne Vorbedingungen“ in die Verhandlungen zu treten. Zuvor vereinbarte er mit den ultraorthodoxen und nationalreligiösen Parteien, als Einheit zu verhandeln. Gantz wiederum will an seinem Wahlkampfversprechen festhalten, nicht mit Netanjahu, gegen den wegen Korruptionsverdachts ermittelt wird, zu koalieren. Präsident Rivlin forderte Gantz auf, auch bei Netanjahu die Unschuldsvermutung gelten zu lassen. Es wird erwartet, dass Rivlin spätestens Anfang nächster Woche einem Kandidaten das Mandat zur Regierungsbildung übertragen wird.

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